St. Johanns-Vorstadt 19-21 | CH - 4056 Basel
Wegraum
Lichthof
Setzerei | Fotos: Michael Fontana

Das heterogene Bauensemble des Ackermannshof, wo auf engem Raum historische Gebäude und nachfolgende Zweckbauten zusammenstehen, ist ein Ort unterschiedlicher Wahrnehmungen, ein Ort der Poesie, ein Ort der Kultur, ein Forum des Austauschs und ein Treffpunkt neuer Ideen, Erfindungen, Anregungen. Das wohl wertvollste Potenzial des Ackermannshof ist seine Lage nahe dem Basler Stadtzentrum, den prosperierenden Quartieren im Norden, sowie seine unmittelbare Nachbarschaft zu Kantons- und Kinderspital und den neu entstehenden Einrichtungen der Universität — ein attraktiver Mix aus städtischer Dichte, sozialer Stabilität, kulturellem Niveau und wirtschaftlicher Kapazität.

Die bauliche Umsetzung des Projekts Ackermannshof durch LOST Architekten brachte eine wohltuende Bereinigung der ganzen Anlage. Das dichte Neben- und Miteinander von mittelalterlichen, gründerzeitlichen und Nachkriegsbauten bleibt erhalten. Die Erschliessung der Bauten wird auf einen zentralen Wegraum durch die Gesamtanlage fokussiert. Mit dem bestehenden Zufahrtstor und dem anschliessenden Tordurchgang beginnend, entsteht unter dem Ateliergebäude und mit der Querung zweier offener Lichthöfe ein Wegraum, der die Zugänge aller Gebäude erschliesst und zugleich Aufenthaltsbereiche für das Restaurant mit gedeckten und offenen Sitzbereichen sowie vielfältige, das Areal belebende Begegnungs- und Kommunikationsräume eröffnet. Ein begehbarer offener Raum, der die Gebäude des Ackermannshof klar gliedert und zugleich verbindet. Deren Verschiedenheit in Struktur, Form und Nutzung hebt sich auf in den frei gelegten Zwischenräumen, wo Mieter, Gäste und Besucher sich begegnen.

Die Gebäude des Ackermannshof wurden in ihrer gewachsenen Unterschiedlichkeit erhalten, schonend saniert und deren Gebäudetechnik vollständig erneuert. Die Setzerei am Ende des neuen Wegraums wird über ein neues Treppenhaus erschlossen, seine markanten Fensteröffnungen orientieren seine Geschosse zu dem neu entstandenen Innenhof. Vorderhaus, Setzerei, Toilette sowie Festsaal und Druckerei wurden baulich kaum verändert und Bestand wahrend saniert beziehungsweise der neuen Nutzung angepasst.

Die bauliche Heterogenität des Ackermannshof spiegelt den Menschen in der ganzheitlichen Anschauung seiner Aktivitäten wider. In unserer sich zunehmend spezialisierenden Gesellschaft kann der Ackermannshof dazu beitragen, Menschen ein Ort zu sein, an dem die Vielgestaltigkeit und Komplexität menschlicher Aktivitäten gelebt und räumlich erlebt werden kann.

Dietrich Lohmann, LOST Architekten